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ZWISCHEN TOCCATA UND STILLE

  • 2. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Interview - Viktoria Hirschhuber


Foto: © Privat


Du gastierst heuer bereits zum siebten Mal beim STUMMER SCHREI. Was verbindet dich mit der Pfarrkirche St. Rupert und dem Publikum in Stumm?

Ich freue mich sehr, auch heuer wieder beim STUMMER SCHREI musizieren zu dürfen. Mit der Pfarrkirche St. Rupert verbinde ich besonders die schönen Erinnerungen an das Benefizkonzert zugunsten der Kinderkrebshilfe, das ich dort im vergangenen Festivalsommer am Flügel spielen durfte. Am Publikum in Stumm schätze ich vor allem die vielen vertrauten Gesichter und treuen Besucherinnen und Besucher, die seit Jahren immer wieder dabei sind.


Im Mittelpunkt deines diesjährigen Programms steht die Toccata. Was fasziniert dich an dieser Form – und warum eignet sie sich besonders gut für einen Konzertabend in einer Kirche?

Den krönenden Abschluss des Programms bildet eine besonders bekannte Toccata. Generell gilt diese musikalische Form als eine Art Visitenkarte virtuoser Instrumentenbeherrschung – und genau das fasziniert mich als Interpretin. Gerade in einer Kirche kann sich diese Klangfülle auf besondere Weise entfalten.


Du bist sowohl Pianistin als auch Organistin. Was unterscheidet diese beiden Instrumente für dich?

Gerade die Kombination dieser beiden Tasteninstrumente empfinde ich als besonders bereichernd, obwohl sie ihrem Wesen nach grundverschieden sind. Das Klavier ist ein Saiteninstrument, die Orgel wird mit Luft zum Klingen gebracht und ist damit eigentlich ein Blasinstrument. Die Erfahrungen mit dem einen Instrument bereichern das Spiel auf dem anderen. Besonders spannend finde ich auch, dass sich manche Komponisten einem der beiden Instrumente widmeten, während andere – etwa Felix Mendelssohn oder Olivier Messiaen – großartige Werke für beide geschaffen haben.


Die Liebe zur Musik wurde bei dir bereits als Dreijährige durch den Klang der Brucknerorgel in St. Florian geweckt. Erinnerst du dich noch an diesen Moment?

Ja, sehr gut. Ich war damals tief berührt von der Schönheit dieses Klanges. Dieses Erlebnis hat sich bis heute eingeprägt. Ich erinnere mich noch genau, wie ich meine Mutter fragte, welches Instrument da so wunderschön klingt. Von diesem Moment an wollte ich unbedingt selbst Orgel spielen lernen.


Du konzertierst international, warst im Wiener Musikverein zu hören und arbeitest heute auch als Organistin in der Schweiz. Was bedeuten dir kleinere Konzertorte wie Stumm?

Für mich ist es immer etwas Besonderes, auch in meiner Heimat konzertieren zu dürfen. Deshalb freue ich mich jedes Mal sehr auf Stumm. Gerade Konzerte, bei denen viele Freunde, Bekannte und vertraute Gesichter im Publikum sitzen, bleiben besonders in Erinnerung.


In deinem Programm treffen barocke Klarheit, Renaissance-Klänge und virtuose Orgelwerke aufeinander. Wie gelingt es dir, diese unterschiedlichen musikalischen Welten zu verbinden?

Gerade diese Kontraste machen für mich den Reiz des Programms aus. Ich wünsche mir, dass das Konzert wie ein bunter Blumenstrauß wirkt – mit ganz unterschiedlichen Farben und Stimmungen, sodass für jede Zuhörerin und jeden Zuhörer etwas dabei ist. Zusammengehalten werden all diese musikalischen Welten von der Orgel selbst – der „Königin der Instrumente“, wie sie oft genannt wird. Sie zeigt an diesem Abend viele ihrer faszinierenden Klangfarben.


Was wünschst du dir, dass die Besucherinnen und Besucher nach dem Konzert mit nach Hause nehmen?

Ich hoffe, dass sich meine Begeisterung für die Orgel und diese wunderbaren Werke auf das Publikum überträgt. Außerdem möchte ich der Stummer Orgel Klänge entlocken, die man vielleicht bisher noch nie von ihr gehört hat.


Viele Menschen verbinden die Orgel vor allem mit Gottesdiensten. Was entgeht jemandem, der noch nie ein Orgelkonzert besucht hat?

Im Gottesdienst erleben wir die Orgel meist in ihrer vertrautesten Rolle. Im Konzert zeigt sie jedoch ihre ganze Vielfalt. Moderne Konzertsaalorgeln können beinahe ein gesamtes Orchester nachbilden. Wenn etwa ein Satz aus einer Beethoven Symphonie auf einer solchen Orgel erklingt, offenbart sich die „Königin der Instrumente“ in ihrer ganzen Pracht. Das ist nicht nur für das Publikum, sondern auch für mich als Musikerin jedes Mal ein besonderes Erlebnis.



Orgelkonzert mit Viktoria Hirschhuber So, 5. Juli 2026 Beginn: 18 Uhr Pfarrkirche St. Rupert, Stumm Tickets: www.stummerschrei.at


 
 
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