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ZWISCHEN BERGLUFT UND ABENDROT

  • 2. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Ein Interview mit Johanna Dumfart


Foto: © Marco Riebler


Euer aktuelles Programm trägt den Titel „Abendrotleuchten“. Was bedeutet dieser Titel für euch und welche Stimmung erwartet das Publikum an diesem Abend?

„Abendrotleuchten“ kommt bei uns in einem Stück vor und beschreibt für mich eine wunderschöne Vorstellung – vermutlich sieht dabei jeder Mensch etwas anderes vor sich. Für manche ist es melancholisch, für andere nach Urlaub, manchmal dramatisch und manchmal heiter.


Deshalb wäre es schwierig, eine einzige Stimmung für den ganzen Abend zu beschreiben. In unserem Programm steckt sehr viel Abwechslung – so wie im Leben selbst. Es gibt ruhige Momente, große Bilder und ganz persönliche Geschichten. Gerade diese ehrlichen Momente, die man aus dem eigenen Leben preisgibt, machen die Musik für uns echt und unverfälscht und damit zu einer Herzensangelegenheit.


Alpentales verbindet Volksmusik mit neuen Klangwelten, Humor und erzählerischen Bildern. Was reizt dich an dieser Verbindung besonders?

Mich reizt vor allem die Verbindung der Instrumente. Schlagzeug und Harmonika hört man nicht oft gemeinsam in einer Band. Auch Geige und Trompete als Melodieinstrumente sind eher ungewöhnlich. Dazu kommt, dass jede und jeder von uns komponiert und dadurch einen ganz eigenen musikalischen Zugang mitbringt. Genau daraus entsteht unser gemeinsamer Klang und oft auch etwas, womit wir uns selbst in den Proben immer wieder überraschen.


In euren Liedern tauchen Sternengucker, Almnächte oder König Laurins Rosengarten auf. Woher kommen diese Geschichten und warum funktionieren solche Bilder heute noch?

Die Geschichten hinter unseren Liedern kommen teilweise aus Sagen und teilweise direkt aus unserem eigenen Leben.


Sagen schaffen bis heute starke Bilder und sprechen etwas Zeitloses an. Wenn Musik dazu kommt, bekommt jede Geschichte noch einmal eine neue Tiefe. Unsere eigenen Kompositionen entstehen oft aus echten Momenten, Beobachtungen oder Gefühlen: Genau deshalb wirken sie für uns unverfälscht und ehrlich.


Du bist Professorin für Steirische Harmonika am Tiroler Landeskonservatorium und am Mozarteum Innsbruck. Wie hat sich dein Blick auf Volksmusik über die Jahre verändert?

Für mich ist immer klarer geworden, dass Volksmusik gespürt werden muss. Eigentlich gilt das aber für jede Musik.


Musik sollte nie einfach nur „heruntergespielt“ werden. Es geht darum, etwas zu erzählen und gemeinsam etwas entstehen zu lassen. Und dabei sollte die Freude am gemeinsamen Musizieren immer im Vordergrund stehen.


Viele verbinden Volksmusik noch immer mit etwas sehr Traditionellem. Alpentales klingt dagegen offen, poetisch und überraschend modern. War genau das euer Anspruch?

Unser Anspruch war vielleicht gar nicht bewusst, etwas Modernes machen zu wollen.


Wir wollten eher all das verbinden, was wir über viele Jahre auf unseren Instrumenten, in unseren Studien und als Musikerinnen und Musiker mitgenommen haben. Was daraus entsteht, überrascht uns oft selbst wieder bei neuen Liedern: mal laut, mal leise, mal volksmusikalisch, mal mit Einflüssen aus Jazz oder ganz anderen Richtungen.


Du warst bereits 2024 mit deinem Ensemble Tschejefem beim STUMMER SCHREI zu Gast. Was macht den Dorfbäckstadl und dieses Festival für Musiker:innen besonders?

Die Stimmung. Es entsteht oft dieser besondere Funke, der zwischen Publikum und Musiker hin- und herspringt. Wie ein Wechselspiel. Genau solche Abende bleiben hängen.


Was wünschst du dir, dass die Besucher:innen nach „Abendrotleuchten“ mit nach Hause nehmen?

Ohrwürmer. Ein warmes Gefühl ums Herz. Und dieses besondere Gefühl, das man eigentlich nur live erleben kann – berührt worden zu sein.

 
 
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