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RAPHAEL HUBER - GRAPHA Miniatur Bigband

  • 16. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

„Mei Herzensband!“


Foto: © Simon Rainer


Du kommst aus Tirol, hast über die Landesmusikschule, die Musikkapelle Hatting und die Militärmusik deinen Weg bis nach München gemacht. Wann war für dich klar, dass Musik mehr als nur ein Hobby werden soll?

Das ist eine gute Frage. Ich glaube, im zweiten Jahr der Oberstufe habe ich langsam begonnen, darüber nachzudenken, Saxophonlehrer zu werden. Damals habe ich gemerkt, dass sich dieser Weg vielleicht tatsächlich mit einem Musikstudium ausgehen könnte. Von da an wurde aus einem Hobby Schritt für Schritt ein Beruf.


Auf deiner Homepage nennst du GRAPHA „Mei Herzensband!“. Was macht dieses Projekt für dich so besonders?

GRAPHA ist die erste Band, für die ich begonnen habe zu komponieren und eigene Stücke zu schreiben. Mein Saxophonprofessor hat mich dabei sehr unterstützt. Mit dieser Band habe ich schließlich auch mein Abschlusskonzert in München gespielt. Seitdem liebe ich jedes einzelne Konzert mit diesen Musikerinnen und Musikern. Die eigenen Kompositionen auf die Bühne zu bringen und gemeinsam zum Klingen zu bringen, ist schon etwas ganz Besonderes.


GRAPHA bezeichnet sich als „Miniatur-Bigband“. Was bedeutet das eigentlich – und was macht euren Sound anders als den einer klassischen Jazzband?

Den Begriff „Miniatur-Bigband“ verwenden wir, weil wir mit fünf Bläsern für eine siebenköpfige Band ungewöhnlich groß besetzt sind. Das prägt unseren Klang natürlich stark.


Was unseren Sound besonders macht, ist wahrscheinlich meine Art zu komponieren und mein Verständnis von Humor in der Musik. Komponieren habe ich nie wirklich gelernt. Deshalb klingen die Stücke einfach nach mir. Satztechnisch könnte man manches vermutlich eleganter lösen, aber wahrscheinlich würde dabei auch etwas Authentizität verloren gehen.


Mir ist die Komposition immer besonders wichtig. Das individuelle Können der Musiker – vor allem in den Soli – ist dann gewissermaßen die Draufgabe.


In eurer Musik treffen nostalgischer Swing, moderne Grooves und eine Prise Tiroler Humor aufeinander. Wie entsteht diese Mischung – und warum funktioniert sie so gut?

Wahrscheinlich beschreibt diese Mischung mich selbst ganz gut. Ich höre und mag sehr unterschiedliche Musikrichtungen und versuche, all diese Eindrücke in meinen Kompositionen zusammenzubringen. Dass es funktioniert, liegt vor allem daran, dass meine Musiker Lust auf die Band haben und meinen Humor – sowohl musikalisch als auch bei den Moderationen – meistens mögen.


Viele Menschen hören das Wort Jazz und denken sofort an etwas Kompliziertes. Was würdest du jemandem sagen, der noch nie auf einem Jazzkonzert war?

Jazz ist ein viel zu großer Begriff. Da gibt es sogar Genres, vor denen ich selbst ein bisschen Respekt habe. Aber grundsätzlich gilt: Jazz tut nicht weh. Einfach hingehen, zuhören und ausprobieren.


Ihr kommt mit sieben Musiker:innen nach Stumm. Was erwartet das Publikum am 2. Juli im Dorfbäckstadl – und worauf freust du dich persönlich an diesem Abend am meisten?

Ich freue mich riesig darauf, meine Kollegen nach längerer Zeit wiederzusehen. Ich freue mich auf ihre Soli, auf die Energie der Band und hoffentlich auf ein volles Haus. Eigentlich kann gar nicht viel schiefgehen. Wir werden alles geben. Und dass wir diesmal sogar im Zillertal übernachten können und niemand direkt nach dem Konzert heimfahren muss, ist dann noch das i-Tüpfelchen. Ich bin jetzt schon motiviert.


Wenn die Besucherinnen und Besucher nach dem Konzert nach Hause gehen: Was sollen sie im Kopf, im Ohr oder vielleicht sogar im Herzen mitnehmen?

Am besten ein Lächeln auf den Lippen – und den Wunsch, sich unsere Musik danach noch einmal anzuhören.

 
 
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