IMPROVISATION STATT AUSWENDIGLERNEN
- 13. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Schauspieler und Regisseur Markus Plattner über Theaterarbeit mit Jugendlichen, Spielfreude und warum Vertrauen auf der Bühne alles ist.
Seit vielen Jahren arbeitet Markus Plattner als Schauspieler, Regisseur und Theaterpädagoge in Tirol. Beim STUMMER SCHREI 2026 arbeitet er mit Jugendlichen der Mittelschule Stumm in einem Workshop für Improvisationstheater und Theatersport nach Keith Johnstone. Im Gespräch erzählt er, warum Theater weit über die Bühne hinauswirkt und weshalb gerade junge Menschen davon profitieren.

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Du arbeitest seit vielen Jahren als Schauspieler und Regisseur in Tirol. Was bedeutet es für dich, beim STUMMER SCHREI mit jungen Menschen aus der Region zu arbeiten?
Es ist eine bereichernde Aufgabe, die tiefe Verwurzelung der Region mit frischer, jugendlicher Energie zu verbinden. Es geht darum, Identität zu stiften und die lokale Kultur gemeinsam mit der nächsten Generation lebendig zu halten.
Der Workshop entsteht in Kooperation mit der Mittelschule Stumm. Warum ist es wichtig, Theaterarbeit früh in den Alltag von Jugendlichen zu bringen?
Theater fördert frühzeitig Empathie, Artikulationsfähigkeit und Selbstbewusstsein. Indem wir es in den Alltag integrieren, geben wir Jugendlichen Werkzeuge an die Hand, um sich kreativ mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen.
Du arbeitest im Workshop mit Improvisationstheater nach Keith Johnstone. Was lernen Jugendliche dabei – über Theater, aber vielleicht auch über sich selbst? Die Jugendlichen lernen, im Moment zu reagieren und Scheitern als Chance zu begreifen. Über sich selbst erfahren sie, wie viel Potenzial in ihrer Spontaneität steckt und wie wichtig es ist, anderen zuzuhören.
Viele Jugendliche stehen zum ersten Mal auf einer Bühne. Was beobachtest du bei ihnen im Laufe des Workshops?
Ich sehe oft eine beeindruckende Wandlung: von anfänglicher Unsicherheit hin zu echtem Stolz und Präsenz. Es ist faszinierend zu beobachten, wie die Jugendlichen über ihre eigenen Grenzen hinauswachsen.
Improvisation funktioniert nur im Zusammenspiel. Welche Rolle spielen Vertrauen und Gruppe in deiner Arbeit?
Ohne Vertrauen gibt es keine Spielfreude. Die Gruppe wird zu einem sicheren Raum, in dem sich jede und jeder trauen kann, aus sich herauszugehen. Das stärkt nicht nur den Zusammenhalt, sondern auch die Qualität der gemeinsamen Arbeit.
Der Workshop endet mit einer Präsentation im Rahmen des Festivals. Warum ist es wichtig, dass junge Menschen Teil eines solchen Kulturformats werden?
Es gibt den Jugendlichen das Gefühl, dass ihre Stimme und ihre Arbeit gesellschaftlich relevant sind. Die Teilhabe an einem Festival macht Kultur greifbar und baut Berührungsängste gegenüber Kunst ab.
Du hast weit über hundert Inszenierungen realisiert – von großen Produktionen bis zur Arbeit mit Laienschauspieler:innen. Was reizt dich bis heute an nicht-professionellen Darsteller:innen?
Mich begeistern die Unverfälschtheit und die pure Leidenschaft, die Laienschauspieler:innen mitbringen. Ihr Zugang ist oft direkter und weniger routiniert. Dadurch entsteht eine besondere Ehrlichkeit auf der Bühne.
Unser künstlerischer Leiter Edwin Hochmuth stand selbst unter deiner Regie auf der Bühne. Wie erlebst du diese Verbindung – und was sagt sie über die Tiroler Theaterlandschaft aus?
Diese Verbindung zeigt die Kontinuität und familiäre Dichte der Tiroler Theaterszene. Es ist schön zu sehen, wie aus ehemaligen Schüler:innen Kolleg:innen werden, die heute die Kulturlandschaft aktiv mitgestalten.


